Fangbäume im Einsatz gegen den Borkenkäfer

15.07.2026
Borkenkäfer gehören zum natürlichen Bestandteil unseres Waldökosystems, können aber auch grosse Schäden verursachen. Es wird besonders problematisch, wenn nach Stürmen oder Trockenperioden viel bruttaugliches Fichtenholz vorhanden ist und die Bäume durch Wassermangel geschwächt sind. Dann können sich die Käfer stark vermehren und auch gesunde Fichten befallen.
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Typische Brutgänge des Buchdruckers mit Larven unter der Rinde einer Fichte. Das charakteristische Muster erinnert an die Seiten eines aufgeschlagenen Buches und gab dem Käfer seinen Namen.

Borkenkäfer gehören zum natürlichen Bestandteil unseres Waldökosystems, können aber auch grosse Schäden verursachen. Es wird besonders problematisch, wenn nach Stürmen oder Trockenperioden viel bruttaugliches Fichtenholz vorhanden ist und die Bäume durch Wassermangel geschwächt sind. Dann können sich die Käfer stark vermehren und auch gesunde Fichten befallen. Die zwei häufigsten, in den Schweizer Wäldern vorkommenden Borkenkäferarten, sind der Buchdrucker (Ips typographus) und der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus). Der Buchdrucker erhält seinen Namen vom typischen Brutbild unter der Rinde. Das Muttertier frisst unter der Rinde zunächst einen geraden Längsgang. Von diesem zweigen die Larvengänge seitlich ab, sodass ein Muster entsteht, das an die Seiten eines aufgeschlagenen Buches erinnert.

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Der Borkenkäfer entwickelt sich in der Bastschicht direkt unter der Rinde. Wird diese Schicht zerstört, wird der Wasser- und Nährstofftransport des Baums unterbrochen.

Zu Beginn des Befalls fliegen sogenannte Pionierkäfer geeignete Fichten an und bohren sich unter die Rinde. Dabei setzen sie Duftstoffe in Form von Aggregationspheromonen frei, um weitere Käfer anzulocken. Erst durch diesen Massenanflug gelingt es ihnen, die Harzabwehr der Fichte zu überwinden. Der Buchdrucker legt seine Eier unter der Rinde ab. Die schlüpfenden Larven fressen in der Bastschicht, die für den Transport von Wasser und Nährstoffen wichtig ist. Wird diese Schicht stark beschädigt, stirbt der Baum ab. Die gesamte Entwicklung, vom Einbohren der Altkäfer bis zum Ausflug der neuen Jungkäfer, ist temperaturabhängig. Bei kühler Witterung oder in höheren Lagen dauert die Entwicklung acht bis zwölf Wochen, in warmen, sonnigen Beständen hingegen fünf bis sieben Wochen.

Um die Käferpopulation gezielt zu reduzieren, führte Revierförster Elias Hartmann im Waldhus im Bezirk Schwende-Rüte eine Massnahme mit sogenannten Fangbäumen durch. Dazu wurden im April zwei Fichten gefällt, die ohnehin entfernt werden mussten. Die beiden Stämme waren zwischen 16 und 18 Meter lang und hatten einen Durchmesser von rund 30 Zentimetern.

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Entrindeter Fangbaum. Durch das rechtzeitige Entfernen der Rinde wird verhindert, dass sich die nächste Borkenkäfergeneration entwickeln und ausfliegen kann.

Die Massnahme war ein Erfolg. Die Fangbäume wurden von zahlreichen Borkenkäfern besiedelt und Ende Juni rechtzeitig von Elias Hartmann mit dem Schäleisen entrindet. Durch das Entfernen der Rinde wurden Eier, Larven und Jungkäfer freigelegt. Diese trocknen aus oder werden natürlichen Feinden und der Witterung ausgesetzt. Dadurch wird verhindert, dass sich die Käfer vollständig entwickeln, ausfliegen und weitere Fichten befallen.

Revierförster Elias Hartmann zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden. Die Massnahme bestätigt, dass Fangbäume eine wirksame und umweltfreundliche Methode zur Eindämmung des Borkenkäfers sein können. Voraussetzung dafür ist jedoch eine regelmässige Kontrolle der Stämme sowie deren rechtzeitige Entrindung, bevor die nächste Käfergeneration ausfliegt.

Autorin: Jasmin Neff, Lernende