Überprüfung Erreichung Grundkompetenzen in der 2. Klasse
Die Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) ist eine national durchgeführte Leistungsuntersuchung in der obligatorischen Schulzeit. Im Frühjahr 2024 fand erstmals eine Untersuchung der Sprach- und Mathematikkompetenzen bei Schülerinnen und Schülern am Ende der 2. Primarklasse statt. Die Ergebnisse liegen nun vor und zeichnen für Appenzell I.Rh. ein erfreuliches Bild.
Die Bundesverfassung verpflichtet die Kantone seit 2006 ihre Schulstrukturen und Bildungsziele zu harmonisieren. Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) hat zu diesem Zweck 2011 erstmals nationale Bildungsziele festgelegt. Diese beschreiben, welche Grundkompetenzen die Schülerinnen und Schüler in der obligatorischen Schulzeit erwerben sollen. In der Schweiz wird seit 2016 überprüft, inwieweit die Schülerinnen und Schüler in bestimmten Fachbereichen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Schulzeit diese Grundkompetenzen erreichen.
Grundkompetenzen in Sprachen und Mathematik
2024 wurde erstmals am Ende der 2. Primarklasse in der Schulsprache (Lesen und Hören) und in Mathematik das Erreichen der Grundkompetenzen überprüft. Getestet wurden gesamtschweizerisch knapp 20’000 Schülerinnen und Schüler in rund 1’150 Schulen. Die Ergebnisse liegen nun in einem Bericht vor (abrufbar unter edk.ch/de/die-edk/news) und zeigen, dass die Harmonisierung zwischen den Kantonen recht weit fortgeschritten ist. Damit erfüllen die Kantone nicht nur das Verfassungsziel, sondern stellen langfristig sicher, dass für alle Kinder und Jugendliche, unabhängig von ihrem Wohnort, auf ihrem Bildungsweg vergleichbare Bedingungen gelten.
Im Kanton Appenzell I.Rh. haben alle zehn Primarschulen an der Erhebung teilgenommen. Insgesamt wurde das Erreichen der Grundkompetenzen von knapp 140 Schülerinnen und Schülern überprüft.
Erste Erkenntnisse
Im Bereich Hören in der Schulsprache erreichen durchschnittlich 87% der Schülerinnen und Schüler in der Schweiz die nationalen Bildungsziele. Das entspricht einem recht hohen Erreichungsgrad. Im Bereich Lesen in der Schulsprache und in Mathematik stuft die EDK den Erreichungsgrad der Schulkinder von 79%, respektive 76%, als moderat ein. Unter den untersuchten individuellen Merkmalen der Schülerinnen und Schüler – wie Geschlecht, soziale Herkunft, zu Hause gesprochene Sprache, Migrationsstatus – zeigt sich beim Aspekt «soziale Herkunft» der stärkste Zusammenhang mit den Testergebnissen.
Ergebnisse über dem Schweizer Durchschnitt
Die Ergebnisse für den Kanton Appenzell I.Rh. zeigen ein erfreuliches Bild: In beiden Fachbereichen übertreffen die Schülerinnen und Schüler den nationalen Schnitt. Im Bereich Deutsch Hören erreichen 93% der Kinder die definierten Grundkompetenzen, im Bereich Deutsch Lesen und in Mathematik sind es noch 85%. Signifikant ist der Unterschied zum nationalen Schnitt in Mathematik, was aus Sicht des Volksschulamtes nachvollziehbar ist: Innerrhoder Schulkinder besuchen wesentlich mehr Mathematikstunden als die Richtwerte des Lehrplans vorgeben. Es gilt jedoch zu beachten, dass die Stichprobe von knapp 140 Schülerinnen und Schüler markant kleiner ist als in anderen Kantonen und deshalb mehr statistische Unwägbarkeiten bestehen.