Heilpädagogische Unterstützung bald für alle Primarstufen
Schrittweise Einführung
Seit Beginn des Schuljahres 2025/26 sind im ganzen Kanton schulische Heilpädagoginnen im Zyklus 1 tätig. Die Resonanz auf das Unterstützungsangebot ist positiv. Nach einer breit abgestützten und zustimmenden Anhörung bei allen Schulräten und Schulleitungen im Kanton hat die Landesschulkommission nun auch den Weg für die Einführung der SHP im Zyklus 2 geebnet. Was bisher in Appenzell I.Rh. nur in Oberegg und in Eggerstanden gelebte Praxis ist, wird künftig flächendecken möglich. Den Schulgemeinden steht es frei, ob sie SHP im Zyklus 2 bereits ab Schuljahr 2026/2027 einführen wollen oder erst 2027/2028. Für die Schulgemeinden, die im übernächsten Schuljahr umstellen, bleiben die Leistungen der engagierten Förderlehrpersonen des Kantons bis zur Einführung bestehen.
Mehr Unterstützung für alle Kinder
Die schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen werden künftig nicht nur im Zyklus 1, sondern auch im Zyklus 2 eng mit den Klassenlehrpersonen zusammenarbeiten. Ihr Auftrag umfasst unter anderem die individuelle Förderung von Kindern mit besonderen Lern- und Entwicklungsbedürfnissen, die Beratung der Lehrpersonen sowie die Mitgestaltung eines lernförderlichen Unterrichts für alle Schülerinnen und Schüler.
Die ausgebildeten Fachpersonen werden vertiefte Kompetenzen in Diagnostik und Förderplanung nun auch in den Zyklus 2 einfliessen lassen, sodass dadurch Fördermassnahmen gezielter und nachhaltiger umgesetzt werden können. Dies entspricht den aktuellen pädagogischen Standards und den Empfehlungen. Schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen werden somit einen zentralen Beitrag dazu leisten, dass Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen optimal gefördert werden können.
Breite Zustimmung der Schulverantwortlichen
In der Anhörung wurde seitens der Schulräte und Schulleitungen betont, dass die bisherigen Erfahrungen im Zyklus 1 gezeigt haben, wie wertvoll und wirksam die Arbeit der Heilpädagoginnen und Heilpädagogen für die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler sowie für die Unterstützung der Lehrpersonen ist. Die SHP stärkt die Unterrichtsentwicklung, trägt zur Entlastung der Lehrpersonen bei und wirkt sich positiv auf das gesamte Klassen- und Schulklima aus. Eine konsequente Weiterführung dieser Unterstützung im Zyklus 2 ist daher aus Sicht der Schulräte und Schulleitungen pädagogisch folgerichtig und notwendig.
Der Leiter des Volksschulamts, Ilias Paraskevopoulos, erklärt: «Die Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen, Eltern und Fachstellen kann durch die SHP deutlich verbessert werden. Davon werden letztlich alle Kinder profitieren – nicht nur jene mit besonderen Bedürfnissen.»
Kleinklasse im Zyklus 2 bleibt bestehen
Die Einführung der SHP im Zyklus 2 führt nicht zu einem Abbau bewährter Angebote. Die Kleinklasse im Zyklus 2 bleibt weiterhin ein Bestandteil des kantonalen Schulangebots, wobei Profil und Benennung überprüft werden. Sie steht auch künftig für Schülerinnen und Schüler zur Verfügung, die besonders von einer stark strukturierten, kleingruppenorientierten Lernumgebung profitieren.
Mitteilung im Wortlaut