Standeskommission beschliesst Ausweitung der Probenentnahme

26.03.2026
Seit August 2025 haben 91 Betriebe in Appenzell I.Rh. ihre Milch freiwillig auf PFAS getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass in einem Grossteil der Proben kein PFOS oder nur in sehr geringen Konzentrationen nachgewiesen werden können. Einzelne Betriebe klären erhöhte Werte vertieft ab und werden dabei vom Kanton begleitet. Für weitere Proben und Begleitmassnahmen der von PFAS betroffenen Betriebe spricht die Standeskommission für das Jahr 2026 Fr. 145'000.--.

Seit August 2025 haben 91 Betriebe in Appenzell I.Rh. ihre Milch freiwillig auf PFAS getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass in einem Grossteil der Proben kein PFOS oder nur in sehr geringen Konzentrationen nachgewiesen werden können. Einzelne Betriebe klären erhöhte Werte vertieft ab und werden dabei vom Kanton begleitet. Für weitere Proben und Begleitmassnahmen der von PFAS betroffenen Betriebe spricht die Standeskommission für das Jahr 2026 Fr. 145'000.--.

Im Juni 2025 genehmigte die Standeskommission das PFAS-Beprobungskonzept für Milch und Tränkewasser. Damit können Innerrhoder Landwirtinnen und Landwirte bis Ende 2026 ihre Milch und ihr Tränkewasser kostenlos auf PFAS testen. Von August bis November 2025 haben 91 Betriebe dieses Angebot wahrgenommen und an der freiwilligen Testkampagne teilgenommen. Das entspricht einem Viertel der Landwirtschaftsbetriebe im Kanton. Die Ergebnisse zeigen: Der überwiegende Teil der untersuchten Proben weist keine oder nur sehr geringe PFOS-Belastungen auf.

Orientierung am europäischen Richtwert

PFAS ist eine Gruppe von sehr langlebigen Industriechemikalien. Eine dieser Substanzen ist PFOS. Diese Stoffe bauen sich in der Umwelt nur sehr langsam ab und können sich über längere Zeit in Böden, Wasser und Lebensmitteln anreichern.

Es gibt derzeit noch keine schweizweit rechtlich verbindlichen Höchstwerte für PFAS in Milch. Die Europäische Union arbeitet jedoch an entsprechenden Grenzwerten für Lebensmittel. Derzeit existiert als Empfehlung ein Richtwert für die Chemikalie PFOS von 0.02 Mikrogramm pro Liter. Appenzell I.Rh. orientiert sich in ihrer freiwilligen Testkampagne an diesem Richtwert.

Proben mit erhöhtem PFOS-Wert

Von den 91 getesteten Landwirtschaftsbetrieben haben 22 Betriebe einen PFOS-Wert in der Milch von über 0.02 Mikrogramm pro Liter. Diesen Betrieben empfiehlt der Kanton, vertiefte Abklärungen zur Ursache der PFOS-Vorkommen in Angriff zu nehmen. Dazu gehören Untersuchungen des Futters, des Tränkewassers und des Bodens. Sobald die Herkunft von PFOS auf dem Betrieb bekannt ist, können gezielt Massnahmen zur Senkung getroffen werden.

Fachpersonen aus der kantonalen Verwaltung begleiten nach Wunsch sämtliche Landwirtschaftsbetriebe bei der Ursachenfindung und der Entwicklung von Massnahmen zur Senkung der PFOS-Gehalte in Lebensmitteln.

Zusätzliche Mittel für weitere Untersuchungen

Für weiterführende Massnahmen stellt die Standeskommission für das Jahr 2026 Fr. 145'000.-- aus dem Fonds für Strukturverbesserungen, der neu den Namen «Fonds für finanzielle Unterstützungen der Landwirtschaft» trägt, bereit und passt den entsprechenden Standeskommissionsbeschluss an. Die Finanzierung über einen Fonds hat den Vorteil, dass die Departemente die Mittel flexibel, schnell und in gefordertem Ausmass einsetzen können. Das Geld aus dem Fonds wird für Bodenproben, weitere Milch- und Futterbeprobungen und die Begleitung von Landwirtschaftsbetrieben eingesetzt. Teil dieser Begleitung ist auch die Umsetzung der Massnahmen zur Senkung von PFAS in Lebensmitteln. Ziel ist, dass in Appenzell I.Rh. weiterhin sichere Lebensmittel produziert werden.

Das Thema PFAS wird Appenzell I.Rh. sowie die gesamte Schweiz langfristig beschäftigen. Für die Jahre 2027 und 2028 plant die Standeskommission, weitere Gelder für Tests und Begleitmassnahmen bereitzustellen.

Lösungen für die ganze Schweiz

Viele Fragen zu Ursachen, Auswirkungen und möglichen Massnahmen im Bereich PFAS sind offen. Die Standeskommission ist überzeugt, dass beim Umgang mit PFAS gesamtschweizerische Lösungen nötig sind. Der Bund ist nun aufgrund von Beschlüssen des Parlaments in der Frühjahrssession 2026 aufgefordert, bei künftigen Regelungen neben dem Konsumenten- und Umweltschutz auch die Interessen der Land- und Volkswirtschaft angemessen zu berücksichtigen. Appenzell I.Rh. verfolgt das Thema PFAS aktiv weiter und vernetzt sich mit Ostschweizer Kantonen, um die Zusammenarbeit auf nationaler Ebene voranzutreiben.

Ewigkeitschemikalien PFAS

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind schwer abbaubare und langlebige Chemikalien. Sie werden seit Jahrzehnten industriell genutzt, zum Beispiel in wasserabweisenden Regenjacken, Skiwachs, Zahnseide und Löschschaum. Chemikalien der PFAS-Gruppe gelangen in die Umwelt und können in der Nahrungskette sowie im Menschen nachgewiesen werden. Für den Menschen stellen sie ein mögliches gesundheitliches Risiko dar. Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) ist eine Chemikalie aus der Gruppe der PFAS.

Mitteilung im Wortlaut